Totholz und sein Einfluss auf das Klima im Bienenstock

Totholz wird eine besondere Aufnahmeleistung von Wasser aus der Luft nachgesagt. Mit Totholz sind in diesem Falle Hölzer gemeint, die bereits einen Teil des Zersetzungsprozesses hinter sich haben und extrem leicht sind.

Holz hat grundsätzlich die Eigenschaft Luftfeuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen, bzw. wieder abzugeben (Sorption/Desorption). Die Holzfeuchte und die angrenzende Luftfeuchte streben ein Gleichgewicht an. Die Menge des Wassers, welches durch Sorption maximal aufgenommen werden kann, beträgt bei allen heimischen Holzarten etwa ein Drittel ihres eigenen Trockengewichtes. Buchenholz kann also beispielsweise deutlich mehr Wasser aufnehmen als Fichtenholz (bei gleichem Volumen).

Um die Aufnahmeleistung von Wasser durch Sorption bei Totholz beurteilen zu können, habe ich einen kleinen Versuch unternommen:

  • Proben von Totholz und unversehrtem Holz wurden bei 100 Grad Celsius im Backofen so lange getrocknet, bis keine Gewichtsveränderung mehr auftrat
  • Anschliessend wurden die Proben einer relativen Luftfeuchte von 85% (±5%) ausgesetzt und ihre Gewichtsveränderungen über die Zeit notiert, bis keine mehr auftraten.
Probekörper
1. Kernholz Buche A, 2. Totholz Buche A, 3. Totholz Buche B, 4. Totholz Nussbaum, 5. Kernholz Eiche

Das Ergebnis ist eindeutig: Die auf das eigene Trockengewicht bezogene maximale prozentuale Aufnahme von Feuchtigkeit aus der Luft ist bei Totholz genauso groß wie bei unversehrtem Holz. Da Totholz in Folge der Zersetzungsprozesse eigenes Gewicht verliert, ist die Aufnahmemöglichkeit von Wasser insgesamt entsprechend geringer, als die von unversehrtem Holz. Totholz nimmt also insgesamt weniger Wasser aus der Luft auf, als unversehrtes Holz mit dem gleichen Volumen!

In einer anderen Disziplin hingegen scheint Totholz überlegen: Es scheint viel schneller zu reagieren. Alle drei untersuchten Totholz Proben haben bereits nach wenigen Tagen nahezu ihre Ausgleichsfeuchte erreicht. Das Buchen Kernholz hat erst nach über 3 Monaten seine Ausgleichsfeuchte erreicht. Das Eichen Kernholz hat seine Ausgleichsfeuchte bei Versuchsabbruch noch nicht erreicht. 

Holzfeuchte
Trockenrohdichte der Proben

Die vermeintliche Schnelligkeit trügt allerdings: Betrachten wir die Wassermenge, die von den unterschiedlichen Proben aufgenommen wird, dann liegen alle Hölzer in den ersten 2 Wochen sehr nah beieinander. Die Holzfeuchte bezieht sich auf das Trockengewicht des Holzes Die höheren Holzfeuchten der Tothölzer in den ersten Tages bedeuten also nicht, dass mehr Wasser aufgenommen wurde. Sie sagen nur aus, dass die Hölzer leichter sind.

Fazit

Als Feuchtepuffer ist Totholz in Bienenbeuten weniger geeignet als unversehrtes Holz, es nimmt weniger Wasser auf. Je leichter das Holz wird, desto weniger Wasser kann es aus der Luft aufnehmen. Es ist auch nicht schneller in der Wasseraufnahme. Es bringt bezüglich der klimatischen Bedingungen im Bienenstock keinerlei Vorteile gegenüber unversehrtem Holz.